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Bild von einem Rohrammer-Weibchen
Foto: Josef Limberger

Erholungsgebiet Wienerberg: Infotafeln informieren über seltene Singvögel rund um den Teich

Presseinformation 7.10.2011: Wer es nicht schon längst bemerkt hat - Erholungssuchende erfahren nun rund um den Wienerberg Teich, welches Vogelparadies sich hier im Schilf und wilden Buschwerk versteckt.

Mit Ende der Badesaison sind die seltenen Singvögel wie Drosselrohrsänger oder Rohrammer bereits nach Afrika und den Mittelmeerraum abgezogen. Im Hochsommer sind ihre Nester und Jungvögel aber oft unbewussten Störungen durch Badegäste und Sportfischer ausgesetzt.
 
Das von BirdLife im Rahmen der vielfaltleben Kampagne des Lebensministeriums initiierte Informationssystem soll daher jetzt schon die BesucherInnen des Erholungsgebiets für die kommende Brutsaison sensibilisieren. "Teiche und andere Kleingewässer sind Hotspots der Artenvielfalt in der österreichischen  Kulturlandschaft. Wir müssen es schaffen, deren Nutzung zur Freizeit und Erholung mit dem Schutz der Artenvielfalt zu verbinden" so Niki Berlakovich zum vielfaltleben-Schutzprogramm.
 
Das Schutzprojekt dient zunächst der Erfassung von stehenden Kleingewässern und ihrer Vogelbestände. Am Wienerberg Teich wollen die Vogelschützer aber vor allem die Aufmerksamkeit der BesucherInnen auf die brütenden Vogelarten rund um den Teich lenken. "Gerade verschilfte Uferzonen kleinerer Gewässer sind immens wichtige Bruthabitate für seltene Arten wie die Zwergdommel oder die Rohrammer. Umso wichtiger ist es, dass sie auch ungestört ihre Jungen aufziehen können. Wassersportler, aber auch in Ufernähe sitzende Sportangler können unbeabsichtigt zu Störfaktoren für die Bruten werden", bringt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer BirdLife Österreich die Interessenkonflikte von Vogelbrut und sommerlicher Freizeitvergnügen auf den Punkt. "Mit den Informationstafeln wollen wir auf die besonderen Brutvögel der Uferzonen hinweisen und den Erholungssuchenden einen behutsamen Umgang mit der Natur nahe bringen."   
 
"Der Wienerberg gehört zu den beliebtesten Wiener Naherholungsbereichen, die gleichzeitig wertvolle Naturschutzflächen bieten. Es nicht immer einfach, die Interessen von Erholungssuchenden und Naturschützern unter einen Hut zu bringen. Wir sind stolz darauf, gerade innerhalb des Stadtgebiets diese Naturoase für Naherholungssuchende sowie auch aus naturschutzfachlicher Sichterhalten zu können", erklärt DI Andreas Januskovecz, Leiter des Forstamts und Landwirtschafts-betriebs der Stadt Wien (MA 49). Der künstlich angelegte Wienerberg Teich ist aus einer ehemaligenZiegelgrube hervorgegangen und weist den größten Schilfbestand im Wiener Raum auf. Das Schilf-Röhricht bietet Singvogelarten wie Drosselrohrsänger, Zwergdommel oder Rohrammer perfekte Nistmöglichkeiten. Die Halme dienen als Sitzwarte, Schlafplatz, Nahrungsreservoir und geben Deckung. Im Winter finden Vögel anderer Lebensräume hier Nahrung wie Samen des Schilfrohres oder überwinternde Insekten. Künstliche Stillgewässer als Ersatzlebensraum für Vögel: Trockenlegung von Feuchtgebieten, der Verlust von stabilen, alten Schilfhalmen oder auch menschliche Störungen am Brutplatz sind nur einige Ursachen, die in den letzten Jahren zu besorgniserregenden Bestandsrückgängen bei vielen an den Lebensraum Schilf gebundenen Vogelarten führen.
 
Die meisten Stillgewässer in Österreich werden intensiv vom Menschen genutzt, wodurch oft Konflikte mit dem Vogelschutz entstehen, " so Michael Dvorak, Projektleiter bei BirdLife Österreich. Andererseits sind es gerade die künstlich geschaffenen Wasserflächen, wie Fischteiche, Schottergruben und Erholungsgebiete, die Wasservögeln wie beispielsweise demHaubentaucher einen wichtigen Ersatzlebensraum bieten. 
 
Rückfragehinweis:   DI Christina Stockinger, MA 49 - Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien Public Relations    Tel.: (+43-1) 4000 49031; christina.stockinger@wien.gv.at

20.12.2011, vielfaltleben Administratoren