Keine falsche Panik vor der Hornotter
In Oberschütt und im Steinernen Meer wurden auf Eigengründen des NATURSCHUTZBUNDES Kärnten Lebensraum-Verbesserungen für die bedrohte Schlange durchgeführt. Helga Happ leistete in Vorkommensgebieten der Hornotter laufend Aufklärungsarbeit für Bewohner und Grundbesitzer, Polizeiinspektionen und die Berg- und Naturwacht wurden in das Projekt eingebunden.
Promipatin Christine Reiler besuchte die Fundorte in Südkärnten im August 2010 gemeinsam mit Minister Niki Berlakovich.Weitere Aktivitäten des Hornottern-Projektes umfassten die Dokumentation und Digitalisierung historischer und aktueller Fundorte, mehrere Treffen mit Vertretern der ÖBB zur Besprechung von Pflegemaßnahmen, einen Filmbeitrag im ORF sowie Begehungen zur Vorbereitung geplanter Pflegemaßnahmen im Steinbruch Launsdorf.
Der Bestand der Hornotter nimmt ständig ab. Gründe dafür sind hauptsächlich die Zerstörung ihres Lebensraumes, wie z.B. das Zuwachsen von Geröllhalden, die Verbauung von Südhängen, die Zerschneidung und Zersiedelung der Landschaft, aber auch das Verfugen von Steinstützmauern (z.B. von Bahnanlagen). Die Stützmauern dienen der Schlange als Unterschlupf. Auch illegale Schlangenfänger werden immer mehr zu einem ernsthaften Problem.
Den Verlust ihrer natürlichen Lebensräume versucht die Hornotter durch Zuflucht in vom Menschen geschaffene, sekundäre Trockenlebensräume auszugleichen, zum Beispiel südseitig gelegene, warm-trockene Steinbrüche. Solche Lebensräume werden jedoch im Regelfall nach Beendigung der Rohstoffgewinnung im Sinne des Forstgesetzes rekultiviert, d.h. meist aufgeforstet, wodurch auch dieser Lebensraum wieder verloren geht. Oft weichen die Schlangen daraufhin in günstige, nahe gelegene Wohnbereiche des Menschen aus, wo sie als Störenfriede nicht selten getötet werden.
Schutzmaßnahmen müssen daher primär bei der Erhaltung, Pflege und Neuschaffung geeigneter Lebensräume
ansetzten. Wichtig ist auch Informations- und Aufklärungsarbeit, damit die Schlange nicht aus falscher Panik umgebracht wird. Auch illegales Sammeln bedroht die Bestände ernsthaft und muss dauerhaft unterbunden werden.
31.01.2011, vielfaltleben Administratoren


