Schutz für Hornotter
Presseinformation 19. August 2010 - Berlakovich, Reiler und NATURSCHUTZBUND gemeinsam für seltene Schlange. Unsere größte heimische Giftschlange, die Europäische Hornotter, ist gefährdet.
Die einst im Süden Österreichs weit verbreitete Hornotter findet heute nur noch an wenigen Orten in Kärnten und in der südlichsten Steiermark einen Platz zum Leben. Der NATURSCHUTZBUND Kärnten setzt nun verschiedenste Maßnahmen, um sie zu schützen. Unterstützt wird er dabei von Christine Reiler, Miss Austria 2007, die die vielfaltleben-Patenschaft für die Hornotter übernommen hat. vielfaltleben -Kampagneninitiator Umweltminister Niki Berlakovich appelliert: „Reptilien sind für das ökologische Gleichgewicht unverzichtbar. Auch, wenn sie keine Kuscheltiere sind, müssen wir uns für ihren Schutz aktiv einsetzen, denn nur, wenn es der Natur gut geht, kann es auch den Menschen gut gehen.“Der große, dreieckige, stark vom Hals abgesetzte Kopf und das auffällige Schnauzenhorn, das ihr den Namen gibt, machen die Hornotter unverkennbar. Mit einer Länge von bis zu 90 cm, in Einzelfällen sogar bis zu einem Meter, sind die österreichischen Exemplare die größten in Europa. „Die Hornotter ist relativ träge und nicht aggressiv, denn sie vertraut auf ihre Tarnfärbung und versucht bei Bedrohung stets zu fliehen. Lediglich, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt, zischt sie laut und beißt zu“, sagt Reptilienexpertin Helga Happ vom Reptilienzoo Happ in Klagenfurt.
Doch selbst die größte Giftschlange hat es nicht leicht, zu überleben. „Geeignete Lebensräume gibt es immer weniger und ihre Größe macht sie zu attraktiven Sammlerobjekten von Schlangenfans aus aller Welt, die auch nicht davor zurückschrecken, die Schlangen aus der Natur zu entnehmen“, umreißt NATURSCHUTZBUND-Obmann Klaus Kugi das Problem.
Der NATURSCHUTZBUND Kärnten widmet sich dem Schutz der imponierenden Hornotter durch umfassende Maßnahmen:
* Gezieltes Flächenmanagement mit Entbuschungen, um die so wichtigen Freiflächen für das Sonnen zu sichern
* Intensive Aufklärung und Information der Bevölkerung
* Bahndammsanierungen gemeinsam mit der ÖBB, so dass Vipera ammodytes, so der wissenschaftliche Name der Schlange, wieder viele Unterschlupfmöglichkeiten vorfindet.
* Enge Kooperation mit der Polizei, der Berg- und Naturwacht sowie den Naturparkbetreuern in Form von Schulungen, um den Schlangenfängern das Leben schwer und der Hornotter leicht zu machen.
Unterstützung bekommt die Hornotter auch von Christine Reiler, Miss Austria 2007. Sie hat im Rahmen von vielfaltleben, der Artenschutzkampagne von Umweltminister Berlakovich gemeinsam mit NATURSCHUTZBUND , WWF und Birdlife, die Patenschaft des Reptils übernommen. „Der Äskulapstab ist das Zeichen der Heilkunde. Da ich angehende Ärztin bin, fühle ich mich den Schlangen sehr verbunden und möchte mithelfen, sie in unserer Heimat zu erhalten“, sagt Reiler.
vielfaltleben
Die Biodiversitätskampagne vielfaltleben will dem Verlust der Artenvielfalt in Österreich entgegenwirken. Lebensministerium, NATURSCHUTZBUND, WWF und BirdLife bündeln seit Anfang 2009 ihre Kräfte im Artenschutz und holen auch andere zu sich „ins Boot“. Schutzprojekte in ganz Österreich, ein dichtes Gemeinde-Netzwerk und die Botschafter der biologischen Vielfalt - 21 Prominente, die sich für die bedrohten Arten einsetzen - sollen helfen, mehr als 100 der bedrohten Arten und Lebensräume zu bewahren.
Rückfragehinweis:
Helga Happ, T 0664/100 51 99
Links zum Thema:
19.10.2010, vielfaltleben Administratoren



