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Braunkehlchen
Foto: P. Buchner/BirdLif...

Wiedehopf, Braunkelchen und Wendehals im Focus

Neben den beiden Fledermausarten wurden im Oberen Inntal auch die drei stark gefährdete Vogelarten Wiedehopf, Wendehals und Braunkehlchen, die charakteristisch für die dort vorhandene abwechslungsreiche Kulturlandschaft sind, kartiert und Maßnahmen zur Förderung dieser Vogelarten ausgearbeitet.

Anhand von Luftbildern wurden Untersuchungsgebiete ausgewählt, die einen Großteil der für die Zielarten geeigneten offenen bzw. halboffenen Kulturlandschaftslebensräume im Projektgebiet abdecken. Die Gesamtfläche der Untersuchungsgebiete betrug ca. 10 km² und reichte von 850 m bis 1550 m Seehöhe. Die Flächen wurden zum Großteil landwirtschaftlich als Grünland genutzt, wobei Art und Intensität der Bewirtschaftung sehr unterschiedlich war (ein- bis zweimähdige Wiesen, Weideflächen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Obstwiesen). Kennzeichnend ist in allen Flächen der hohe Strukturreichtum (z.B. Einzelbäume, Gehölze, Gebüsche, Stadel, Felsen).
 
Ergebnisse der Kartierung 
Die Untersuchungsgebiete wurden zwischen Mai und Mitte Juli je zweimal begangen und Beobachtungen der Zielarten sowie der ebenfalls gefährdeten Arten Grünspecht und Neuntöter kartiert. Beim Wendehals und Wiedehopf wurden Gesangsattrappen zur Erfassung eingesetzt. Die meisten Wiedehopfreviere, fünf bis sieben wurden in Fließ und Kauns-Kaunerberg festgestellt Beim Wendehals wurden in Kauns-Kaunerberg drei bis fünf Reviere registriert.  Beim Braunkehlchen wurden größere Bestände in Serfaus (ca. 12 - 15 Reviere) gefunden, kleinere Vorkommen mit bis zu 5 Revieren gab es auch in Prutz und bei Ladis und Nauders. Die Vorkommen beschränkten sich überwiegend auf relativ ebene oder wenig geneigte offene Bereiche. Stark geneigte, reich strukturierte Hanglagen wie in Fließ und Kauns-Kaunerberg blieben vom Braunkehlchen fast völlig unbesiedelt.
 
Bereits im Jahr 2009 wurden erste Naturschutzmaßnahmen durchgeführt. Dabei konzentrierten sich die Bemühungen auf den Wiedehopf, eine der 21 Leitarten. Die Maßnahme die kurzfristig am besten umzusetzen war, war das Anfertigen und Aufstellen von Nistkästen, wobei hier mit dem Naturpark Kaunergrat und Schulen zusammengearbeitet wurde. Ein wichtiger Aspekt war auch Öffentlichkeitsarbeit in Form eines Vortrages für die Schüler, die die Nistkästen angefertigt haben sowie durch diverse Zeitungsartikel. Aufgrund dieser Artikel wurden Wiedehopf-Beobachtungen aus über 40 Gemeinden gemeldet (auch außerhalb des Projektgebietes), wobei es sich überwiegend um Zugbeobachtungen gehandelt haben dürfte.
 
Weitere Naturschutzempfehlungen
Viele alte Bäume mit Höhlen als mögliche Brutstandorte für Wiedehopf und Wendehals: sollten vorhanden sein. Deshalb ist der Erhalt von Streuobstwiesen, deren Bestand durch die Baumkrankheit „Feuerbrand“ bzw. durch Umwandlung in Spalierobstanlagen gefährdet ist wichtig. Vor allem beim Wiedehopf erscheint das Anbringen von zusätzlichen Brutmöglichkeiten (Nistkästen) sinnvoll, zumal auch in anderen Regionen Mitteleuropas dadurch gute Erfolge erzielt werden konnten. Diese Maßnahme sollte auch für den Wendehals durchgeführt werden.
 
Die vorhandenen Trockenrasen in Fließ und bei Faggen-Kauns-Kaunerberg müssen langfristig durch Beweidung (bzw. wenn nötig durch Entbuschung) offen gehalten werden, wie es auch Managementpläne vorsehen.
Da der Wendehals in erster Linie Ameisen als Nahrung benötigt, ist das Schaffen geeigneter Nahrungsbiotope ein wichtiges Ziel. Um das Vorkommen von Ameisen in Grünland zu fördern, sollte die Bewirtschaftung relativ extensiv erfolgen (keine Überdüngung, kein bzw. wenig Pestizideinsatz im Obstbau; Schaffen von extensiven Randstreifen an Waldrändern, Wegrändern oder Feldrainen).
 
Für den Bruterfolg des Braunkehlchens ist der Zeitpunkt der ersten Mahd entscheidend.
Diese sollte möglichst spät stattfinden, was durch verschiedene Förderpakete erreicht werden könnte.
 

Links zum Thema:

05.07.2010, vielfaltleben Administratoren