Schutzprojekt für Mopsfledermaus und Große Hufeisennase
Zwei bedrohte Fledermausarten, die Mopsfledermaus und die seltenste Fledermausart in Tirol, die Große Hufeisennase stehen stellvertretend für die besonderen, aber stark gefährdeten Lebensräume des Oberen Inntals. Ein Projektbericht gibt nun Empfehlungen für den Schutz dieser Arten ab.
Umsetzungsmaßnahmen die diesen Arten zugute kommen nützen auch zahlreichen weiteren Tier- und Pflanzenarten. Deshalb wurden im Rahmen von vielfaltleben Erhebungen und Verbreitungsanalysen dieser beiden Arten gemacht. Darauf basierend konnten entsprechende Artenschutz- und Fördermaßnahmen konzipiert werden.Große Hufeisennase
Im Tiroler Oberland hatten die Fledermausforscher bislang nur Einzeltiere, aber kein Fortpflanzungsquartier gefunden. Um zu untersuchen, wo die Tiroler Hufeisennasen ihre Jungtiere zur Welt bringen und wie weit sie fliegen, griff man zu einem innovativen Mittel: im April wurden ein Weibchen und ein Männchen jeweils direkt in ihren Höhlen mit einem Sender ausgestattet. Danach stand fest, dass diese Tiere mit einer größeren Population in Südtirol im Austausch stehen. Es ergibt sich also die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbesiedelung der Art in Tirol! Nun gilt es, gemeinsam mit Italien abgestimmte Schutz- und Fördermaßnahmen zu setzen!
Mopsfledermaus
Mittels Ultraschall-Detektoren wurde das Vorkommen der Mopsfledermaus genau untersucht. Ziel war es eine bessere Kenntnis über Verbreitung und Lebensraumansprüche der Art im Oberen Inntal zu erhalten. Die offenen Fragen ließen sich im Zuge des Projektes klären. So konnte zum Beispiel festgestellt werden, dass die Au- und Laubmischwälder und Kiefernwälder im Juni eine sehr hohe Aktivität aufweisen, die Aktivität in den Au- und Laubmischwäldern im August jedoch stark zurückgeht. Diese Erkenntnisse halfen, in geeigneten Gebieten Schutzmaßnahmen für die Mopsfledermaus zu entwickeln. So wurden zum Beispiel 50 Fledermauskästen zur Förderung der Mopsfledermaus angebracht.
Zur Förderung dieser beiden Arten empfehlen die ExpertInnen weiters eine Integration des Fledermausschutzes in die regionale Planung und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung.
02.07.2010, vielfaltleben Administratoren


