Kirchliche Initiative zum Jahr der Biodiversität
Wien, 11.05.2010 (KAP) Kirchliche Umweltbeauftragte kooperieren mit Naturschutzbund und WWF. Mit ihrer Unterstützung der Kampagne "vielfaltleben" wollen die katholische Kirche und die evangelischen Kirchen Bewusstsein zum Schutz der Biosphäre schaffen.
Bis Ende 2010 solle ein "wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation vieler bedrohter Pflanzen- und Tierarten geleistet werden", erklärte Johann Neumayer, Umweltbeauftragter der Erzdiözese Salzburg, am Dienstag im Anschluss an die Frühjahrskonferenz der Umweltbeauftragten im Bildungshaus St. Arbogast in Vorarlberg.Kernpunkt der dort präsentierten Kampagne sind bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die stellvertretend für Österreichs Vielfalt stehen. Die zugrundeliegende Liste besteht aus 19 bedrohten Tier- und Pflanzenarten, einer alten Haustierrasse (dem Pinzgauer Rind) und dem Menschen "als wesentlichem Teil des Ganzen". Die Umweltbeauftragten beschlossen dafür eine Kooperation mit dem Naturschutzbund, dem WWF und "BirdLife", die die Kampagne initiierten, und wollen einen bewussten Akzent zum heurigen Jahr der Biodiversität setzen, so Neumayer.
Die katholischen und evangelischen Diözesen engagieren sich seit Jahren in verschiedenen Bereichen des Natur- und Klimaschutzes. Zahlreiche ökumenisch getragene Initiativen wie "Autofasten", "Natürlich Feiern", Aufrufe zum Energiesparen, Unterstützung von Initiativen gegen den Ilisu-Staudamm in der Türkei sowie für eine gentechnikfreie Landwirtschaft zeigten, dass der Umweltschutz innerhalb der Kirchen als wichtiges Thema gesehen wird, betonte Ernst Sandriesser, Sprecher der kirchlichen Umweltbeauftragten.
Ziel der nunmehrigen Kampagne "vielfaltleben" sei es, das Thema Biodiversität österreichweit in den Pfarrgemeinden bekanntzumachen. "Entscheidende Schritte zur Verbesserung der Lebensmöglichkeiten gefährdeter Arten und zum Schutz ihrer Lebensräume, so weit sie im Einflussbereich der Pfarrgemeinden und Diözesen liegen", werden angestrebt. Im kirchlichen Bereich seien dies vor allem Türme, wo Fledermäuse, Falken oder Eulen leben, erklärte Neumayer.
Zum Thema "Beleuchtung von Kirchen und Pfarrgründen" wollen die Umweltbeauftragten eine Broschüre herausgeben. Die Intensivbestrahlung von Gebäuden beeinträchtige Fledermäuse, Vögel und nachtaktive Insekten "massiv" bis hin zur Existenzbedrohung. "Oft reicht schon der Tausch bestimmter Lampen oder die Änderung des Einstrahlwinkels, um die gefährdeten Tiere schützen", wies Neumayer hin.
17.05.2010, vielfaltleben Administratoren


