Berlakovich: Zug für Brachpieper noch nicht abgefahren
Presseinformation: Wien/Burgenland 29. April 2010
ÖBB unterstützt vielfaltleben Projekt mit Bahndammpflege. Lebensraum des Brachpiepers ist in Österreich knapp und die seltene Singvogelart mittlerweile vom Aussterben bedroht.
Mit Ende April wird der seltene Brachpieper wieder im nördlichen Burgenland erwartet. Der Langstreckenzieher kommt dann direkt aus seinem afrikanischen Winterquartier zum Brüten in die Region Parndorfer Platte, obwohl nur noch wenige Flächen seinen Brutbedürfnissen entsprechen.
Bestandszahlen sehr klein
Besorgt sind die Ornithologen der Vogelschutzorganisation BirdLife. Denn seit Jahren sind die Bestandszahlen dieses vom Aussterben bedrohten Singvogels sehr klein. Der Brutbestand in Österreich wird nur noch auf etwa 40-60 Brutpaare geschätzt. Der Bodenbrüter wird in der Roten Liste der Brutvögel Österreichs als „vom Aussterben bedroht“ geführt.
„Zum Verhängnis wird dem Brachpieper seine Spezialisierung auf trockenes und vegetationsarmes Gelände“, so Michael Dvorak, BirdLife-Experte. Auf seinen langen Beinen stelzt er lieber über Schotterflächen und spärlich bewachsene Heidelandschaft, als in üppig grünen Wiesen und Feldern zu wandeln. Dementsprechend ist die Verbreitung des Brachpiepers in Mitteleuropa sehr lückenhaft und im wesentlichen auf trockene Kiefernwälder, Mager- und Trockenrasen oder sogar Schutt- und Mülldeponien beschränkt. In Österreich sind derzeit nur zwei größere Brutgebiete bekannt: im nördlichen Burgenland im Bereich der Parndorfer Platte und des Heidebodens sowie im niederösterreichischen Steinfeld.
ÖBB unterstützt Artenschutz mit Pflegemaßnahmen von Bahndämmen
Im Rahmen der Artenschutzkampagne von Umweltminister Niki Berlakovich ist es BirdLife in Österreich erstmalig gelungen, ein speziell für den Brachpieper entwickeltes Schutzprojekt zu verwirklichen. Tatkräftige Unterstützung erfährt dieses Projekt durch die ÖBB Infrastruktur AG. Rechtzeitig bevor die Vögel sich zum Brüten einfinden, wurde mit der Entbuschung und Eindämmung von wuchernden Grasflächen entlang der Bahn zwischen Zurndorf und Parndorf begonnen. Die Ornithologen sind überzeugt, dass durch die Bahndammpflege der eigenwillige Lebensraum des Bodenbrüters günstig beeinflusst wird.
Projektmaßnahmen: Gefährdungsfaktoren erkennen
Im derzeitigen Haupt-Vorkommen im Nördlichen Burgenland im Gebiet Parndorferplatte und Heideboden werden seit 2004 systematische Bestanderhebungen durchgeführt. „Wesentlich für die Durchführung gezielter zukünftiger Schutzmaßnahmen ist eine Analyse der derzeitigen Lebensraumsituationen im Untersuchungsgebiet“, erklärt Michael Dvorak, Projektleiter bei BirdLife. „Ziel des Projektes sind die Gefährdungsfaktoren für den Brachpieper zu orten. Prognosen für die Entwicklung von landwirtschaftlichen und anderen für den Brachpieper relevante Nutzungen wie beispielsweise Windkraft, sind die Voraussetzung aus denen wir die Gefahrenquellen ableiten können“, so Dvorak weiter.
Als einer der wenigen Singvögel ist er namentlich in der EU-Vogelschutzrichtlinie enthalten und gilt damit als besonders schutzbedürftig.
vielfaltleben
Das „Artenschutzprogramm Brachpieper“ ist Teil der vieltfaltleben-Kampagne, die das Lebensministeriums gemeinsam mit den Projektpartnern Naturschutzbund, WWF und BirdLife Österreich umsetzt. Ziel ist, die Lebenssituation zahlreicher bedrohter Tier- und Pflanzenarten in Österreich bis zum Jahr 2010 entscheidend zu verbessern.
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klöpzig, BirdLife Österreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: +43 (0) 699 152 346 51
bettina.kloepzig@birdlife.at
www.birdlife.at
16.06.2010, vielfaltleben Administratoren



