Biotopverbund der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee
Neumarkt am Wallersee hat Anteil an dem am Nordostufer des Sees gelegenen Natura 2000-Gebiet Wallersee-Wenger Moor, welches zu den wertvollsten Feuchtgebieten im Flachgau zählt. Langfristig gesehen ist es aber nicht ausreichend, das Schutzgebiet als solches isoliert zu betrachten.
Es ist ebenso notwendig, den geschützten Lebensraum im räumlichen Zusammenhang und somit im Austausch mit anderen funktionierenden Ökosystemen zu sehen. Grundanliegen einer Biotopverbundplanung muss daher immer die Förderung der Vernetzung von Biotopen sein.72 MitarbeiterInnen engagierten sich
Im Zuge des Projektes wurden Folgende Fachgebiete abgedeckt: Pflanzen und ihre Lebensräume (Biotoptypen), Fließgewässermorphologie, Mollusken, Flusskrebse, diverse Insektengruppen, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Am Beginn der Untersuchungen wurden zuerst die bereits vorhandenen Quellen ausgewertet (Biotopkartierung, fachspezifische Datenbanken, Fachkartierungen und Jagdstatistik) und im Zuge der Studie zum Teil aktualisiert. In den beiden Hauptuntersuchungsjahren 2007 und 2008 trugen insgesamt 72 MitarbeiterInnen zum Gelingen dieser Studie bei, wobei es sich um BiologInnen verschiedener Fachrichtungen sowie um StudentInnen und weitere fachlich versierte Personen
handelte. Die Erhebungen erfolgten dabei unter Anwendung der jeweils wissenschaftlich anerkannten
Standardmethoden und mit der nötigen Umsicht sowie unter größtmöglicher Vermeidung von Störungen.
Für die Bearbeitung und Darstellung der Daten im GIS wurden vom Land Salzburg dankenswerterweise zahlreiche Basisdaten zur Verfügung gestellt. Auf Grundlage der erarbeiteten Ergebnisse wurden nach fachlichen Kriterien Biotopverbundachsen und ökologische Vorrangzonen abgegrenzt und kartografisch dargestellt.
| | Folgenden Kategorien wurden in der Bewertung des Verbundsystems unterschieden:
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Von Projektbeginn an wurde angestrebt, neben der Erhebung der für das Biotopverbundkonzept benötigten Daten, die Stadtgemeinde und ihre Bevölkerung in die Untersuchungen und vor allem in die Biotopverbund-Konzeption partnerschaftlich einzubinden. Die Zusammenarbeit mit lokalen Persönlichkeiten und deren Mitwirkung am Projekt waren besondere Anliegen.
450 Tierarten untersucht
Im Bearbeitungsgebiet wurden im Rahmen der Untersuchungen insgesamt 58 hochwertige Feuchtflächen,
51 Pflanzenarten der Roten Liste und 25 vollkommen oder teilweise geschützte Pflanzenarten erfasst. Weiters wurden mehrere Tausend Beobachtungen von insgesamt knapp 450 Tierarten aus den Gruppen Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien, Libellen, Heuschrecken, Schmetterlinge, Wasserkäfer, Eintagsfliegen, Steinfliegen, Hummeln, Weichtiere und Flusskrebse dokumentiert.
Einen wichtigen Aspekte des vorliegenden Projektes stellen die rechtlichen und fachlichen Zusammenhänge von Raumordnung und Biotopverbund dar. Eine hohe Lebensqualität der Bewohner eines Gebietes sollte grundsätzlich im Interesse der jeweiligen Gemeinde liegen. Dafür sind ein lebenswertes Umfeld mit einer attraktiven, für die Naherholung geeigneten Landschaft und naturnahe Lebensräume mit zahlreichen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten eine unabdingbare Voraussetzung. Ein funktionsfähiger Biotopverbund als essenzieller Bestandteil des Naturhaushaltes zählt jedenfalls dazu.
Vollständiger Bericht erhältlich bei der Salzburger Landesregierung:
MALETZKY A., ARMING C., BLATT Ch., GRESSEL H., GROS P., JERABEK M., KURZ M., MARINGER A., MEDICUS Ch., NOWOTNY G., PATZNER R. (2009): Biotopverbund für die Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee. Ein Modellprojekt. Naturschutz-Beiträge 37/10. 158 Seiten. ISBN 978-3-901848-39-1.
17.02.2010, vielfaltleben Administratoren






