Ich tu etwas! - Mensch und Tier unter einem Dach
Was kann jede Einzelne und jeder Einzelne von uns tun, um die Biologische Vielfalt zu fördern? An dieser Stelle finden Sie praktische Tipps, die Sie im Alltag leicht umsetzen können. Kleine Entscheidungen haben in Summe oft große Auswirkungen auf unseren Lebensraum und alle Tier- und Pflanzenarten. Helfen Sie mit!
Bewohner von Felsen oder Baumhöhle, sind als Kulturfolger mit den Menschen in die Siedlungen gekommen. Dachböden und Hausfassaden bieten Tieren Unterschlupf und sind oftmals Winterquartier oder Kinderstube. Insekten, wie das Tagpfauenauge oder der Kleine Fuchs, nutzen trockene Plätze zum Überwintern. Bei den Vögeln bewohnen die Schleiereule und der Turmfalke ganzjährig Unterkünfte in Gebäuden, im Sommer gesellen sich Zugvögel – z.B. Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalben - dazu. Fledermäuse und andere Säugetiere nehmen ungestörte Dachbereiche gerne in Anspruchund benutzen sie als Basis für die Nahrungssuche in strukturreichen Kulturlandschaften. Mit dem Abriss alter Gebäude und der Sanierung von Dächern und Fassaden sind viele Gebäudebrüter und Dachbewohner von akuter Obdachlosigkeit bedroht – vor allem durch hermetischen Verschluss.
Um diesen Tierarten wieder ein wenig Raum zurückzugeben und um die biologische Vielfalt in den eigenen vier Wänden zu fördern, verzichten sie auf Vergitterungen und allzu strikte Abschottung. Vielfach werden bei der Sanierung alter Gebäude Gitter eingezogen, um unliebsame Gäste fernzuhalten. Insekten und Fledermäusen genügen bereits Öffnungen mit wenigen Zentimetern Breite für den Einflug. Wenn nur schmale Schlitze offen gehalten werden, kann verhindert werden, dass sich z.B. auch Tauben einnisten.
Eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten
Nistkästen oder Einflugöffnungen für eine große Anzahl an Vogelarten können an Fassaden angebracht werden. Fledermausbretter an Gebäuden ersetzen Unterschlupfe für die Tiere in alten Bäumen, die vielfach in der Landschaft fehlen.
Fachleute helfen gerne dabei, die richtige Wahl für den Aufstellungsort von Nisthilfen zu treffen. Prinzipiell sollten Flugöffnungen immer auf der windabgekehrten, aber einer lichtzugewandten Seite liegen, damit die spätere Kinderstube gut beleuchtet ist. Achten Sie auch darauf, dass Störungen durch Mensch oder Raubtier weitest gehend vermieden werden. Guten Schutz vor Marder und Katze bieten hier Blechmanschetten, die den kleinen Räubern das Klettern erschweren. Kotbretter unter den Nistplätzen halten den unbeliebten Kot vom Boden fern.
Kirchen, alte Gebäude, Scheunen, aber auch Trafostationen und Brückenkästen bieten vielen Tieren eine Überwinterungsmöglichkeit. Bei Sanierungen ist darauf zu achten, dass dieses Potential nicht verloren geht. Aufklärung ist zu diesem Thema oft noch notwendig.
Winterschläfer sind störungsempfindlich
Fledermäuse finden im Winter kaum Nahrung und ziehen sich daher für ihren Winterschlaf auch auf Dachböden zurück. Die Körpertemperatur wird beinahe der Umgebungstemperatur angepasst und liegt in der Regel zwischen 0°C und 10°C (beim aktiven Tier um 40°C). Winterschlafende Fledermäuse benötigen etwa 30 Minuten, um ihre Körpertemperatur wieder zu erhöhen und aktiv zu werden. Werden die Tiere gestört, verbrauchen sie so enorme Reserven, die im weiteren Verlauf eines kalten Winters fehlen können. Das gilt auch für andere Tiere, wie z.B. den Igel. Stören Sie daher bitte Tiere während des Winterschlafs nicht.
Links zum Thema:
- Die Umweltberatung
- Fledermausschutz in Österreich
- Naturschutzbund Österreich - Anwalt der Natur
- World Wildlife Fund (WWF) - Österreich
- BirdLife Österreich
17.12.2009, vielfaltleben Administratoren





