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Ich tu etwas! - Neuankömmlinge im Garten

Was kann jede Einzelne und jeder Einzelne von uns tun, um die Biologische Vielfalt zu fördern? An dieser Stelle finden Sie praktische Tipps, die Sie im Alltag leicht umsetzen können. Kleine Entscheidungen haben in Summe oft große Auswirkungen auf unseren Lebensraum und alle Tier- und Pflanzenarten. Helfen Sie mit!

Fremdartige Pflanzen (Neophyten) verlocken mit intensiven Farben, ihrem Duft und begeistern uns auch, wenn sie eine Vielzahl von Insekten anlocken. Doch unmerklich konkurrieren sie mit unseren einheimischen Arten um die Gunst der Bienen, Hummeln und Käfer, wenn es um die notwendige Bestäubung geht. Damit gelten Neophyten weltweit als zweitwichtigste Ursache für die Ausrottung von Arten.   

Diese Bedrohung mag im eigenen Garten noch nicht wahrnehmbar sein. Doch allzuoft gelangen diese "Fremdlinge" über Kompost und achtlose Entsorgung auf Böschungen oder in Waldbereiche. Dort können sich einige von ihnen durchsetzen und bilden großflächige Bestände aus. Vielfach verfolgen diese Neuankömmlinge eine Ausbreitungsstrategie, die in ihrer neuen Heimat konkurrenzlos ist - und werden damit zur Problemart.

Goldruten
Foto: Oliver Stöhr
Beispiel Goldruten

Die Riesen-Goldrute und die Kanadische Goldrute wurden in der Vergangenheit teilweise als Bienentracht angepflanzt. Beide Arten stammen aus Nordamerika und entwickeln sich auf Brachflächen, Dämmen oder Bahn- und Straßenböschungen besonders gut. Etablierte Pflanzen bilden rasch große Bestände und verdrängen andere Pflanzen. Durch ihre großflächige Ausbreitung in den letzten Jahren gilt die Goldrute als invasive Art und ist aus naturschutzfachlicher Sicht problematisch einzustufen.
Goldruten sind mittlerweile Teil unserer Landschaft und können nicht mehr vollständig daraus entfernt werden. Mahd vor dem Reifen der Samen kann ihre Ausbreitung aber eindämmen.

Neozoen, also fremde Tierarten, sind ebenfalls bereits ein Bestandteil unserer Fauna geworden. Auch sie konkurrieren um Nahrung oder übertragen Krankheiten, gegen die heimische Arten nicht gewappnet sind.

Goldfische
Foto: Falko Seidel/PIXELIO
Beispiel Goldfische

Der Goldfisch, eine Zuchtform einer asiatischen Karpfenart, ist anspruchslos und sehr anpassungsfähig. Das macht ihn zu einem idealen Aquariumsfisch. Doch einmal in freier Natur, wird er zum ökologischen Problem. Der Allesfresser vermehrt sich rasch und ernährt sich neben Wirbellosen, Algen und Pflanzenteilen, auch von Amphibienlaich. Dieser Raubdruck bringt in stehenden Gewässern bedrohte Arten, wie Molche und Frösche an den Rand des Aussterbens.
Goldfische sind heute österreichweit verbreitet. Die bereits besetzten Gewässer sind kaum mehr vollständig von Goldfischen zu befreien.

Neben dem freiwilligen Verzicht auf nicht heimische Tier- und Pflanzenarten, ist das Bewusstsein für die Gefährdung der Natur durch Neobiota ein wesentlicher Schritt. Entsorgen Sie deshalb keine Pflanzen oder Pflanzenteile in der freien Natur und setzen Sie keine landschaftsfremden Tierarten aus!

Eine vollständige Liste der Neobiota Österreichs, ihr Potential zur Bedrohung von heimischen Lebensräumen und die Gefahren für Allergiker finden Sie zum Beispiel auf den Seiten des Umweltbundesamtes.
 

Links zum Thema:

09.11.2009, vielfaltleben Administratoren