Biodiversität in Mödling – laufende Projekte
Die Stadtgemeinde Mödling schützt und fördert in vielfältigen Bereichen die Biodiversität. Diese Liste laufender Projekte gibt einen Überblick über das Engagement der gesamten Stadt.
ÜBERREGIONALE SCHUTZGEBIETE:Die Schutzgebiete Biosphärenpark „Wienerwald“, das Natura 2000-„Wienerwald-Thermenregion“, Bereiche der Vogelschutzrichtlinie, das Landschaftsschutzgebiet sowie das Naturschutzgebiet „Wienerwald wie auch der Naturpark „Föhrenberge“ reichen weit in das Gemeindegebiet und sogar in das verbaute Stadtgebiet von Mödling hinein und werden nach allen notwendigen Aspekten berücksichtigt.
ÖRTLICHE SCHUTZGEBIETE UND -OBJEKTE
Der europaweit bekannte Eichkogel ist in seiner Ausprägung einzigartig und stellt die Berührung der alpinen und der voralpinen mit der pannonischen Vegetationszone dar. Unter der persönlichen Patroanaz von LH Pröll konnte ein aufwendiger Maßnahmenplan das Zuwachsen der seltenen Trockenrasengesellschaften verhindern. U.a. werden von der Universität für Bodenkultur Beweidungsversuche mit Schafen und Kleinrindern durchgeführt.
Kleine Feuchtbiotope stehen unter Denkmalschutz und schließen das Trittsteinbiotop zum großen „Figurteichbiotop“ in der Nachbargemeinde Guntramsdorf.
Seit den 50er Jahren wurden 15 Bäume auf Privatgrundstücken unter Objekt-Naturschutz gestellt, davon erst in den letzten beiden Jahren eine Rot-/Blutbuche und eine Spanische Tanne auf Antrag durch die Stadtgemeinde Mödling.
Ein sensibler Standort des Geradfrüchtigen Hornköpfchens an einer öffentlichen Straßenböschung wurde 1984 und der nördlichste Standort der Federnelke wurde Anfang 2008 im Mödlinger Stadtwald unter Schutz gestellt.
SONSTIGE SCHUTZGEBIETE
Der Gemeinderat der Stadtgemeinde Mödling hat sich freiwillig zum Erhalt der Weinbaugebiete (Weingartenschutzgebiet) verpflichtet.
Begehrlichkeiten zur Umwidmung gegen Wien exponierter Weingartengrundstücke am NO-Hang des Anningers auf Bauland soll so entgegen gesteuert werden, um die Landschaftsvielfalt in der Gemeinde ungemindert erhalten zu können.
ERSATZBIOTOPE/AMPHIBIENSCHUTZ
1990 wurde im Mödlinger Prießnitztal ein Krötenersatzbiotop mit einer Wasserfläche von 150 m² geschaffen. Nach einer aufwendigen Übersiedelungsaktion von gefährdeten Krötenpopulationen wurde auch der Übergangsbereich zur Hochwaldzone naturnahe bepflanzt. Neue Kartierungen der Universität Wien berichten von einer arten- und individuenreichen Libellenfauna (Rote Liste).
GSTETTNMANAGEMENT
2008-2009 wurde mit den unmittelbaren Nachbargemeinden interessante Sekundärstandorte und Ruderalstandorte erhoben und ein wegweisendes Maßnahmenpaket entwickelt.
U.a. werden Standorte frei gehalten von Verbauung, ebenso koppelt man reduzierte Pflegemaßnah-men mit einer entsprechender Öffentlichkeitsarbeit und Meinungsbildung („Schmetterlingszone! – Frei fliegende Falter“).
RAUMORDNUNG
Einige Maßnahmen basieren auf Ergebnissen des kleinregionalen Grünordnungskonzeptes sowie auf der Studie zur „Grünspange zwischen Eichkogel und Schlosspark Laxenburg“.
In konstruktiver Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden konnte eine Grünachse zwischen den beiden Natura 2000-Standorten frei gehalten werden, obwohl wichtige Bauträger gegen diese Intenti-onen waren.
Weiters wurde im ganzen Stadtgebiet eine hintere Baufluchtlinie eingezogen, um den Charakter der Gartenstadt erhalten zu können und der wilden Verbauung von hinteren Höfen Einhalt gebieten zu können.
RENATURIERUNG DES MÖDLINGBACHES
Seit 2000 wird der gesamte Verlauf des Mödlingbaches im Mödlinger Stadtgebiet renaturiert und re-strukturiert. Neben der Erhöhung der Hochwassersicherheit ist die Verbesserung der Hydrobiologie Ziel dieses Projektes.
Die ersten Abschnitte wurden nach der Rekultivierung in mehreren Diplomarbeiten des Institutes für Ingenieurbiologie der Universität für Bodenkultur bereits evaluiert und bestätigen eine deutliche Steigerung der Biodiversität sowohl beim Fischbestand als auch bei den Kleinlebewesen und der Bachflora.
MASSNAHMEN GEGEN DIE BODENVERSIEGELUNG
Die Verwendung von Rasenbetonsteinen bei der Oberflächengestaltung von Parkplätzen und Parkstreifen ist in Mödling Standard.
Neuerdings laufen Versuche mit Schotterrasen. Nur fakultativ genützte Park- und Stellflächen sowie Fahrspuren eignen sich hervorragend dafür, Flächen mit einer gewissen Frequenz (z.B. Kurzparkzonen) allerdings nicht. Das Prinzip wird weiter verfolgt.
NATURNAHES BEGLEITGRÜN
Die Stadtgemeinde Mödling wurde heuer mit der „großen“ Gartenplakette des Landes NÖ ausgezeich-net. Die Begründung war das neue naturnahe Bepflanzungskonzept für öffentliche Grünanlagen und Blumenbeete.
Pflanzen der Region (Eichkogel, Weingärten) werden „in das Stadtgebiet herein geholt“. Sie entspre-chen den Standortsbedingungen (Boden, Wasser) und informieren und bilden (Infotafeln) die Bürger unterschwellig über die Pflanzen ihrer Heimat.
NATUR IM GARTEN
Mödlings Bürger sind überdurchschnittlich engagiert an dieser Aktion des Landes bzw. der NÖ Um-weltberatung beteiligt.
Viele Gartenzäune tragen die Gartenplakette und am Infotag für den Mödlinger Blumenschmuckwettbewerb ist die Nachfrage dazu sehr groß.
HECKENTAG
Schon lange bemüht sich Mödling Ausgabestandort für den NÖ Heckentag zu werden, weil es unseres Erachtens gut zum Naturgartenkonzept der Stadt passt. Heuer wird der Heckentag zum 1. Mal in Mödling abgehalten werden.
Heimische Hecken und alte Sorten von Bäumen werden angeboten und in Mödlinger Gärten ausgepflanzt werden.
ÖFFENTLICHER BAUMKATASTER
Seit 2003 besteht einen Kataster für die Bäume im öffentlichen Raum, der Zug um Zug ausgeweitet wurde.
Heuer sind flächendeckend alle 8.000 straßenbegleitenden Bäume und alle Bäume in Parkanlagen erfasst, ein wesentlicher Großteil wurde bereits ein 2. Mal beurteilt.
BAUMPARTNERSCHAFT/GARTENPARTNERSCHAFT
2007 wurde ein Baumkataster für erhaltenswerte Bäume in Privatgärten erstellt. Grundlage ist eine Diplomarbeit an der Universität für Bodenkultur. Kriterien sind Alter und Vitalität, der Beitrag zum Mikroklima und der ortsbildprägende Charakter.
Die Partnerschaft zwischen Baumbesitzer und Gemeinde umfasst kostenlose Beratungen für notwendige Pflegemaßnahmen, um einen vorschnellen Umschnitt zu verhindern.
BAUERNGARTEN
Das Mödlinger Volkskundemuseum besitzt einen weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannten Bauerngarten. Er wird von Touristen und Einheimischen, von Kindern wie Erwachsenen gerne besucht, Tipps für Zuhause werden mitgenommen.
ÖKOGARTEN
Der Ökogarten ist eine Institution der Arge Chance, die einen ehemalig traditionell bewirtschafteten Gärtnereibetrieb übernommen hat und auf Ökolandwirtschaft umgestellt hat.
Neben dem sozialen und gesellschaftlichen Aspekt gilt es den Informationsauftrag zu erfüllen und Dienstleistungen zu erbringen, die es den Mitarbeitern möglich machen, auf den normalen Arbeitsmarkt zurück zu kehren.
Z.B. pflegt die Arge Chance die Baumscheiben im öffentlichen Straßenraum.
UMWELTVEREINE
Mödling hat im Moment 12 aktive Umwelt- und Tierschutzvereine, die im Umweltbeirat organisiert sind.
Dazu gehören u.a. die Bergrettung und die Bergwacht, der Tierschutzverein oder der Fischereiverein.
Sie werden bei ihren Aktivitäten von der Gemeinde finanziell und ideel unterstützt.
Heuer z.B. wieder der Gartenbauverein beim Aufstellen von Fledermauskästen, der Vogelschutzverein bei der Anbringung von Nisthilfen.
NATURNAHE KINDERSPIELPLÄTZE/SCHULHÖFE
In den letzten Jahren wurden mehrere Schulen und Kindergärten mit Hilfe des NÖ Kinderspielplatzbüros naturnahe Kinderspielplätze und Schulhöfe geplant und ausgestaltet.
Nicht nur biologische Materialien wurden verwendet, die Spielfreude der Kinder wird optimal gefördert und es gibt sogar Naschhecken.
Aktuell läuft der Planungsprozess für einen Kinderspielplatz mit Wasserbezug am Mödlingbach.
BAUERNMARKT
Immer am Freitag gastiert der regionale Bauernmarkt auf dem Platz vor dem Rathaus. Er wird gerne frequentiert und so landen frisches Obst, Gemüse und Blumen vom Bauern des Vertrauens in den Mödlinger Haushalten.
BIO-SAISONAL-REGIONAL-FAIR
Nicht nur am Bauernmarkt werden Bio-Lebensmittel angeboten.
Gezielt werden andere Anbieter (Weltladen, Naturkostläden und Reformgeschäfte, Biothek) beworben und gefördert.
DIVERSE INFO-VERANSTALTUNGEN
Die Stadtgemeinde Mödling nimmt Ihren Informationsauftrag sehr ernst.
Laufend werden Veranstaltungen durchgeführt, heuer z.B.:
Tag der Sonne, Weltumwelttag, Tag der offenen Türe auf dem Wirtschaftshof, Autofreier Tag
Ebenso wurde eine Fotoausstellung über den Eichkogel organisiert sowie Vortragsveranstaltungen über den Eichkogel, über die Schwarzföhren im östliche Wienerwald und über gesunde Ernährungan-geboten.
ENERGIE
2003 wurde ein umfassendes Energiekonzept vorgelegt, dessen Maßnahmenpaket Punkt um Punkt abgearbeitet wird.
So gibt es nicht nur ein energiefreundliches Beleuchtungskonzept für die Straßen der Stadt, öffentliche Gebäude werden Schritt um Schritt thermisch saniert, der Energiebedarf mittels Contracting minimiert.
Die Stadtgemeinde Mödling hat ein Trinkwasserkraftwerk gebaut und prüft derzeit die Möglichkeiten einer Biogasanlage auf Basis der Klärschlammverwertung der gemeindeeigenen Abwasserreinigungsanlage. Windräder sind leider keine Option, die dichte Verbauung bzw. die Schutzzonen aus der Vogelschutzrichtlinie stehen dem entgegen.
Für die Bürger werden aufschlussreiche Beratungsmöglichkeiten und interessante Förderungen angeboten. Ein Sonderprojekt ist die „Klimafamilie“, wo jeder in mehreren Sitzungen seinen Energiebedarf und seinen CO2-Output berechnen kann und Schlüssiges über sein persönliches „Ausstiegsszenario“ erfahren kann.
Zusammenfassend kann gesagt werden, Mödling setzt vor allem auf die Sonnenkraft (Solaranlagen Photovoltaik) und auf Wärme aus Holz (Stückholz aus dem Mödlinger Stadtwald, Pellets und Hackschnitzel). In Zukunft wird man auch die Ressource Erdwärme in Betracht ziehen.
Da Energielösungen kaum isoliert zu finden sind, engagiert sich Mödling mit Perchtoldsdorf federführend an der Initiative „Energieautarke Region“.
MÜLL
Mülltrennung ist in Mödling seit 1985 Regel und Pflicht. An der Optimierung des Container-, Sammel- und Abgabeangebotes für Bürger und Bewerbe wird laufend gearbeitet.
Neu ist ein großvolumiger Solar-Müllbehälter, der unterirdisch komprimiert und aufbewahrt.
VERKEHR
Mödling liegt im Netz des überregionalen öffentlichen Verkehrsangebotes zentral und günstig (Südbahn, Schnellbahn, Buslinien). Im Ortsgebiet wird dieses Angebot durch 3 Citybuslinien ergänzt.
Die neue Park & Ride-Anlage am Bahnhof ermöglicht sinnvolles Umsteigen.
Jährlich kommen zum derzeitigen Radwegenetz je nach aktuellen Straßenprojekten einige hundert Meter Radwege, Radrouten oder Mehrzweckstreifen dazu. Geachtet wird auf Anknüpfungspunkten zu überregionalen Radwegenetzen und vernünftige Radabstellplätze.
Mödling ist eine Next Bike-Gemeinde.
SONSTIGES
Mödling ist seit 1990 aktive Klimabündnisgemeinde
Mödling ist seit 2004 EMAS-zertifiziert im Bereich Wasserwerk, seit 2007 im Bereich der Abwasserrei-nigungsanlage. Gearbeitet wird eine Validierung des Freizeitzentrums/Stadtbades im Jahr 2013.
WEITERE INFORMATIONEN
Weiter Informationen über unsere Umweltaktivitäten finden sie auf der Mödling-Homepage:
www.moedling.at --> Umwelt
KONTAKT
Dipl.Ing.Dr. Ulla Freilinger
Stadtgemeinde Mödling – Umweltamt, 2340 Mödling, Pfarrgasse 9
T: 02236/400/75, F: 02236/400/908, E: umwelt@moedling.at, H: www.moedling.at
09.02.2011, vielfaltleben Administratoren






