Waris Dirie – Patin für das Silbergras
Es freut mich sehr, dass ich im Rahmen der Kampagne vielfaltleben die Patenschaft über das Silbergras übernehmen kann.
Als „Wüstenblume“ und Nomadentochter verbindet mich viel mit dem Silbergras. Das kleine, silbrig glänzende Gras ist selbst ein Nomade, der nicht lange an einem Ort verweilt. Als Erstbesiedler festigt es Sandböden und Dünen und bereitet so das Substrat für andere Pflanzen auf. Bald wird es dem Silbergras allerdings zu eng und es zieht weiter, um anderswo neues Terrain zu erschließen.
Leider ist das kleine Wüstengras in Österreich vom Aussterben bedroht. Sandrasen und „wilde“ Sanddünen mussten in der Vergangenheit Agrarland weichen, der künstliche Nährstoffeintrag durch die Landwirtschaft setzte dem Silbergras massiv zu.
Das Silbergras ist als Wüstenpflanze weltweit verbreitet. In vielen Trockenregionen stellt sich die Situation allerdings anders dar. Die Wüste verschluckt fruchtbares Ackerland, das oftmals durch den Anbau intensiver Monokulturen (wie etwa Baumwolle) ausgelaugt und verödet wurde.
Im Grunde gilt für Mali, China oder Österreich das Gleiche: Nur ein respektvoller Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen schaffen die Grundlage für eine lebenswerte Zukunft. Dazu gehört auch das kleine Silbergras – hier und in meiner Heimat Afrika.
14.09.2009, vielfaltleben Administratoren


