Vogelparadies Leithaniederung: Säbelschnäbler & Co
Presseinformation: Wien/Burgenland, am 24. Juni 2009
BirdLife: Sensationelle Daten zu vielfaltleben-Hotspot. Die Feuchtwiesen und Senken zwischen Leitha und Kleiner Leitha im nördlichen Burgenland sind ein wahres Vogelparadies.
„Mit meiner Kampagne ‚vielfaltleben’ habe ich das Ziel, bis 2010 Österreichweit deutliche Verbesserungen im Schutz der biologischen Vielfalt zu erreichen. Dafür führen wir zahlreiche Schutzprojekte durch, bauen effiziente Netzwerke auf und kooperieren mit Medien und prominenten Persönlichkeiten. Ich möchte das Bewusstsein der Menschen für den Wert und den Nutzen der Biodiversität schärfen, ohne die es keine Lebensqualität gibt“, appellierte Umweltminister Niki Berlakovich an Einzelpersonen, Stakeholder aus der Wirtschaft sowie an Städte und Gemeinden, beim größten Natur- und Artenschutzprojekt, das es in Österreich je gegeben hat, aktiv mitzutun.
Die Flussniederungen der Leitha zwischen Zurndorf und Nickelsdorf im Norden Burgenlands stellen einen in Österreich heute schon fast verschwundenen Landschaftstyp dar: Ausgedehnte, grünlandreiche Flussniederungen, vor Jahrzehnten noch typisch für den pannonischen Osten Österreichs und ideal für zahlreiche Brutvogelarten. BirdLife-Projektleiter Michael Dvorak: „Lebensraum und Artenreichtum der Leithaniederung sind mit den deutlich größeren Hotspots entlang von March und Thaya und im Neusiedler See-Gebiet durchaus vergleichbar.“
Seltener Säbelschnäbler
Bei den Bestandszählungen im April und Mai 2009 hat BirdLife sensationelle Daten erhoben. So konnten acht Brutpaare des seltenen Säbelschnäblers nachgewiesen und Trupps von mehr als 1.000 Kampfläufern und über 600 Bruchwasserläufern beobachtet werden. Die gewonnenen Daten sollen als Grundlage für ein Schutzkonzept zur Erhaltung und Wiederherstellung der Feuchtlebensräume in der Leithaniederung dienen.
Vernässung lebensnotwendig
„Natürliche, zeitweise Überschwemmungen in diesem Jahr war der Grund für die hohen Zahlen. Sie zeigen ganz klar, was Vernässung für den Artenreichtum bewirken kann“, sagt Dvorak. „Die Überschwemmungsflächen bieten zahlreichen Wasser- und Watvögeln auf dem Durchzug wertvolle Lebensräume.“
Gefahren drohen der Leithaniederung durch Verfüllungen. Dvorak: „Während mit EU-Agrarprogrammen die Umwandlung von Grünland in Äcker weitgehend gestoppt werden konnte, werden die wichtigen feuchten Senken und Brachen im Ackerland mit Aushubmaterial verfüllt und so schleichend zerstört“.
Hotspot für Brut- und Zugvögel
Die Bestandsaufnahmen von BirdLife weisen die Leithaniederung neben dem Seewinkel und den March-Thaya-Auen als einen der letzten Lebensräume für seltene Feuchtgebietsarten wie Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine, Tüpfelsumpfhuhn und Sumpfohreule aus.
Der Kiebitz hat in der Leithaniederung in feuchten Jahren wahrscheinlich das am dichtesten besetzte Brutgebiet in Österreich. Für den Seeadler ist die Leithaniederung Teil seines wichtigsten Überwinterungsgebietes in Österreich. Kiebitz und Seeadler sind zwei der 21 Leitarten, die im Rahmen der vielfaltleben-Kampagne für bedrohte Arten stehen.
Kampagne vielfaltleben
Das Projekt „Feuchtgebietsrenaturierung Leithaniederung“ ist Teil der vieltfaltleben-Kampagne, die das Lebensministeriums gemeinsam mit den Projektpartnern NATURSCHUTZBUND, WWF und BirdLife Österreich umsetzt. Ziel ist, die Lebenssituation zahlreicher bedrohter Tier- und Pflanzenarten in Österreich bis zum Jahr 2010 entscheidend zu verbessern.
Rückfragehinweis:
Angela Balder, Birdlife Österreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0)1 523 46 51 – 80
angela.balder@birdlife.at
Downloads
PA Leithaniederung 23. Juni 2009 (DOC 95 kB )
31.01.2011, vielfaltleben Administratoren



