Unterrabnitz-Schwendgraben geht mit gutem Beispiel voran
Die Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben im Mittelburgenland ist ein Vorzeigebeispiel für angewandten Naturschutz. Warum diese Gemeinde und ihre BürgerInnen so engagiert sind erklärt Bürgermeister Wilhelm Heißenberger im Interview.
Interview aus NATUR&Land Heft 2-2009 entnommen.Die kleine Gemeinde des Bezirks Oberpullendorf liegt im Mittelburgenland an den Ausläufern der Buckligen Welt. Namensgeberin ist die „Rabnitz“, die die zwei Ortsteile von Nordwesten nach Osten durchfließt. Was die Gemeinde so besonders macht, warum sie ein Vorzeigebeispiel für angewandten Naturschutz ist und welche Rolle für sie die Lage am GRÜNEN BAND bedeutet, erzählt Bürgermeister Wilhelm Heißenberger im Gespräch mit Dr. Ernst Breitegger, Obmann des NATURSCHUTZBUNDes Burgenland.
NL: Was motiviert eine Gemeinde, sich für Naturschutz einzusetzen?
Wir wissen genau, dass nicht nur Tourismus und Wirtschaft im Mittelpunkt stehen können. Genauso wichtig sind für uns eine intakte Umwelt und eine lebenswerte Dorfgestaltung.
NL: Unterstützen die Bürgerinnen und Bürgern das Engagement?
Bei allen Projekten im Natur- und Umweltschutzbereich sind die Schul- und Kindergarten-Kinder eingebunden, die wiederum einen wichtigen Multiplikator in der Bewusstseinsbildung der Erwachsenen bilden.
NL: War Ihre Gemeinde aufgrund der Lage am ehemaligen Eisernen Vorhang benachteiligt?
Benachteiligt möchte ich nicht sagen, da wir uns ja schon im „Hinterland“ befinden. Trotzdem hat auch unsere Bevölkerung die Nachteile dieser „negativen Einrichtung“ erfahren.
NL: Trägt die Natur des ehemaligen Grenzbereichs heute zur Verbesserung der Lebensqualität Ihrer Gemeinde/Region bei?
Ja. Die sanften Hügel unserer Landschaft und der reichliche Waldanteil laden zur Entspannung im Grünen beim Wandern und Radfahren ein.
NL: Gibt es Aktivitäten zur Erhaltung bzw. zur sanften Nutzung der Natur am GRÜNEN BAND?
Die sanfte Nutzung zieht sich schon längere Jahre mit der Errichtung des Rabnitztal-Radweges hin. Dieser wird von vielen Naturliebhabern vor allem durch seine ruhige und sanfte Linienführung entlang des Rabnitzbaches geschätzt. Stille Plätze am Wegesrand laden zum Rasten oder einfach zum Verweilen ein. Besonders stolz bin ich auf unser Projekt „Bio-Dinkl-Mobil“, wo Volksschul- und Kindergartenkinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule oder den Kindergarten gebracht werden, 2 x in der Woche zur Jause Biodinkllaibchen gratis erhalten.
Auch das im Jahr 2001 gestartete „10 jährige Artenschutzprojekt“ ist ein großer Erfolg. Jedes Jahr wird eine bestimmte Tierart besonders behandelt und verschiedene Aktivitäten gesetzt. Bis jetzt waren folgende Tierarten an der Reihe: Flusskrebs, Rebhuhn, Bachforelle, Fledermaus, Elritze, Feldhase, Laube, Sperber, Laubfrosch.
NL: Kann Ihre Gemeinde/Region vom GRÜNEN BAND profitieren, anders herum: ist das GRÜNE BAND ein Kapital?
Wir finden, dass die Natur unser größtes Kapital ist, das es auch zu schützen gilt! Solange noch Fische im Bach sind, Rehe und Hasen auf unseren Feldern stehen und die Rufe der zahlreichen Waldbewohner zu hören sind, können wir unseren Kindern eine lebenswerte Heimat hinterlassen.
Links zum Thema:
- Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben
- Grünes Band Österreich
- NATUR&Land Publikationen des NATURSCHUTZBUNDes
20.07.2009, vielfaltleben Administratoren




