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Skybeamer
Foto: Andrej Mohar

Die "helle Not" - Lichtverschmutzung

Wann haben Sie zuletzt einen prächtigen Sternenhimmel erlebt? Künstliches Licht bleibt nicht ohne Folgen. Mensch, Natur, Astronomie und auch das Klima leiden unter zu heller Beleuchtung.

Verantwortlich für das Verblassen unseres Sternenhimmels sind die zunehmenden künstlichen Lichtquellen von Siedlungen, Großstädten und Industrieanlagen, die zur sogenannten „Lichtverschmutzung" beitragen. Die künstliche Aufhellung hat viele unterschiedliche Folgen.
 
Mensch
Der menschliche Organismus kann nur in der Dunkelheit das Hormon Melatonin herstellen. Bei bereits geringer Lichtintensität im Schlafbereich kommt es zu schlechterem Schlaf und Stress, der die Gesundheit beeinträchtigt.

Natur
Künstliche Lichtquellen verwirren nachtaktive Insekten und Vögel. Straßenlaternen haben ein hohes Potenzial, um Insekten anzuziehen. Unter den Millionen Insekten, die sich jedes Jahr beim Aufprall an Leuchtkörpern verletzen oder direkt darin verbrennen, sind auch selten gewordene Arten. So ganz nebenbei führt dies auch zu einer Nahrungsdichteverschiebung innerhalb von Ökosystemen. Auch Zugvögel, die zu zwei Drittel in der Nacht wandern, orientieren sich an den Sternen und werden so von der Lichtverschmutzung beeinflusst.

Astronomie
Durch die künstliche Aufhellung des Nachthimmels sind heute in Österreich nur mehr 10% der eigentlich mit freiem Auge sichtbaren Sterne zu erkennen!

Energieverbrauch und Klima
Nicht effizient eingesetzte Beleuchtung verursacht unnötige Kosten und eine höhere Emission an Treibhausgasen. Oft ist auch eine Leistungsreduzierung bei Lampen in den späteren Nachtstunden – bei einem geringeren Verkehrsaufkommen – leicht durchführbar.

Nachtaktives Insekt
Foto: Peter Huemer
Was Sie tun können!


  • Überprüfen Sie Straßenlaternen und andere Lichtquellen in der Gemeinde. Die Abschirmung von Beleuchtungskörpern nach oben vermindert die Lockwirkung und leuchtet betroffene Bereiche effektiver aus.

  • Die gängigen Quecksilberdampf-Hochdrucklampen sollten gegen Natriumdampf-Niederdrucklampen ausgetauscht werden. Das ausgestrahlte Licht dieser Lampen liegt nicht im Sehmaximum nachtaktiver Insekten. Der zusätzliche Effekt der Kostenersparnis kann dabei bis zu 65% ausmachen!

  • Bei bedarfsangepasster Beleuchtung kann durch Maßnahmen zur Zeit- und Intensitätssteuerung eine Energieeinsparung von 30% erreicht werden. Bewegungsmelder bieten hier einfache Lösungen an, die sehr leicht Geld sparen helfen.
 
Die vielfaltleben - Artikelserie widmet sich im ersten Artikel ebenfalls dem Thema "Lichtverschmutzung". 
 
Der neue klima:aktiv-Leitfaden „Effiziente Beleuchtungssysteme“ des Lebensministeriums hilft, bei der Beleuchtung Energieverbrauch, Kosten und Lichtsmog gleichermaßen und wirkungsvoll zu reduzieren. Näheres zum Leitfaden finden Sie hier.  
 

Links zum Thema:

06.02.2012, vielfaltleben Administratoren