Silikatsandrasen in den March-Thaya Auen
Flugsande stammen aus der letzten Eiszeit und bildeten einst in Niederösterreich ausgedehnte Dünenlandschaften. Durch zunehmende Vegetationsbedeckung und gezielte Aufforstung stabilisierten sich die Sande und sind heute beinahe verschwunden.
Auf den wenigen offenen Stellen halten sich viele stark gefährdete Pflanzenarten. Neben dem Silbergras sind das weitere hoch spezialisierte Arten einer Sandrasen-Gesellschaft, die ohne entsprechende Pflege verschwinden würden.Dieses vielfaltleben-Projekt vermehrt das Wissen über die gefährdeten Lebensräume, sichert ausgewählte Standorte und steigert das Bewusstsein der Ortsbevölkerung für diesen besonderen Vegetationstyp.
Region
Schwerpunktregion March-Thaya-Auen
Maßnahmen
» Erstellen eines Sandrasenkatalogs: Zusammentragen von Wissen über Verbreitung, Gefährdung und Handlungsbedarf für Sandrasen im Marchtal.
» In enger Zusammenarbeit mit der Ortsbevölkerung werden Standorte gepflegt (Schwenden, Entbuschen).
» Um die Pflegemaßnahmen gezielt an mindestens drei Standorten durchführen zu können, müssen zuerst 54 bekannte Sandrasenstandorte in 20 Katastralgemeinden nach naturschutzfachlicher Bedeutung und Schutzstatus gereiht werden. Anschließend wird in Abstimmung mit den Grundbesitzern und den Gemeinden mit Pflegemaßnahmen am Standort begonnen.
» Die Öffentlichkeitsarbeit umfasst die Information der Medien, Veröffentlichung des Sandrasenkatalogs, Beratung der Grundbesitzer bei Pflegemaßnahmen und die Erstellung einer anschaulichen Karte der Sandrasen.
Weitere geförderte Arten und Lebensräume
Sand-Quendel (Thymus serpyllum), Frühlings-Spörgel (Spergula morisonii) und Scheiden-Schwingel (Festuca vaginata): Auch diese genannten Arten gelten in Österreich als „vom Aussterben bedroht“.
Gefleckte Keulenschrecke (Myrmeleotettix maculatus): Diese Heuschrecke besiedelt als Pionierart Lebensräume mit besonderer Dynamik. Sie braucht regelmäßig offen gehaltene vegetationslose Stellen.
Zeithorizont
Projektlaufzeit 2009-2010
Die Kampagne vielfaltleben bewirkt
Zahlreiche kleinflächige Vorkommen sind bisher noch unbeachtet geblieben. Es bietet sich die Gelegenheit aufzuzeigen, wo Hand angelegt werden kann und muss, um die Gefährdung für zahlreiche Sandrasen bewohnende Arten zu verringern. Der Erfolg von gesetzten Pflegemaßnahmen ist dabei – wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat – sehr bald erkennbar.
Die Katalogisierung der bedeutendsten Sandrasenflächen ergibt für die Zukunft eine Basis, um diese sensiblen und sehr bedrohten Lebensräume mit weiteren Maßnahmenpaketen zu sichern.
Zuständige Ansprechpartner
Mag. Christian Pichler (WWF)
Mag. Margit Gross (NATURSCHUTZBUND NÖ)
Projektpartner
» MARTHA Forum
» Auring
05.01.2010, vielfaltleben Administratoren



