Wir tun etwas!
Um die Artenvielfalt zu erhalten und eine nachhaltige Entwicklung der Region zu sichern, muss eine aktive Gebietsbetreuung eingerichtet werden. Diese soll die vielen kleinen Schritte, die zur Erhaltung und Pflege einer so wertvollen Landschaft nötig sind, koordinieren und zum Teil auch selbst durchführen.
vielfaltleben beteiligt sich z. B. an der grenzüberschreitenden, trilateralen Kooperationsplattform für das Schutzgebietsmanagement. In einem ersten Schritt werden Management-Maßnahmen gemeinsam mit Gemeinden gesetzt. Dazu gehören Trockenrasen- und Kopfweiden-Pflege, aber auch die Erweiterung des Nistplatz-Angebots für Flussseeschwalben. Mit finanzieller Unterstützung der EU sollen weitere und umfassendere Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden, um den Zustand der prioritären Lebensräume zu verbessern.Seeadler: Seit 1999 wird vom WWF die natürliche Wiederausbreitung des Seeadlers in Österreich aktiv unterstützt. Dazu zählen Bestands- und Bruterfolgsmonitoring, Beringung von Jungvögeln, Schutz vor Verfolgung und Vergiftung und die Sicherung von Horstschutzzonen. Im Rahmen von vielfaltleben wird das bestehende Schutzprogramm um ein genetisches Monitoring erweitert, das Auskunft über die derzeitigen, rätselhaften Verluste von Altvögeln geben soll.
Silbergras: Die Silikatsandrasen des Marchtales sind einzigartig in Österreich. Sie sind Reste der ehemals ausgedehnten Dünen im Osten Niederösterreichs und heute nur noch kleinräumig zu finden. Aufgrund der extremen Lebensbedingungen, wir große Hitze und extreme Trockenheit konnte sich hier eine Vielzahl an spezialisierten Tier- und Pflanzenarten – darunter auch das Silbergras – halten. Aufforstungen haben dazu geführt, dass die Standorte des Silbergrases sehr selten geworden sind. Wird weiterhin nichts getan, so droht auch noch den letzten Vorkommen die Verbuschung und Verwaldung. Im Rahmen von vielfaltleben sollen die noch verbliebenen Sandrasen nachhaltig gesichert werden. Dazu gehört zunächst deren Inventarisierung mit dem Ziel, das vorhandene Wissen zusammenzutragen und den lokalen Handlungsbedarf zu definieren. Weiter müssen die notwendigen Maßnahmen auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden – die Beseitigung von Aufforstungen und Wäldern ist nach dem Forstgesetz ja verboten. Hier gilt es mit Entscheidungsträgern Ausnahmeregelungen zu vereinbaren. Nicht zuletzt sollen auch konkrete Pflegemaßnahmen, wie Schwendung und Mahd der Sandrasen jeweils in enger Zusammenarbeit mit der Ortsbevölkerung durchgeführt werden.
Amphibien: Durch die fehlende Flussdynamik, die Zerstörung von Augewässern und die Drainagierung des Flussvorlandes gibt es immer weniger geeignete Habitate für Rotbauchunke, Donaukammmolch & Co. Insbesondere das immer noch anhaltende Zuschütten von zeitweise überschwemmten Senken im Ackerland – den sogenannten Sutten – hat dazu geführt, dass geeignete Laichbiotope inzwischen sehr rar geworden sind. Hinzu kommt, dass durch die fehlende Dynamik im Flussvorland auch die noch vorhandenen Sutten zunehmend verlanden. Daher ist die Situation für die zahlreichen, für die March so typischen Amphibien verheerend – viele Arten haben hier einen ihrer Verbreitungsschwerpunkte in Niederösterreich und sind akut bedroht. . Es sind daher dringend Maßnahmen zur Schaffung und Sicherung von Laichhabitaten erforderlich. Im Rahmen der Kampagne vielfaltleben werden exemplarisch an einigen Stellen Maßnahmen gesetzt. Neben der Sicherung des konkreten Laichhabitates sollen sie zeigen, dass dringend etwas getan werden muss , damit man sich auch weiterhin am landschaftstypischen Froschkonzert der March-Thaya Region erfreuen kann.
Wachtelkönig: In den March-Thaya Auen gibt es das zweitgrößte, ständig besetzte Wachtelkönig-Vorkommen in Österreich. Aufbauend auf den laufenden Aktivitäten zum Schutz der Art, wird ein österreichischer Aktionsplan für den Wachtelkönig erstellt.
Verantwortlich für das Projekt zur Schwerpunktregion March-Thaya Auen ist der WWF.
12.02.2009, vielfaltleben Administratoren


