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Wiesen unter Wasser
Foto: Sauberer

Schwerpunktregion Feuchte Ebene

Die Feuchte Ebene ist eine außergewöhnliche Landschaft und zählt zu den artenreichsten Biotopkomplexen Österreichs! Ihren Namen verdankt sie den zahlreich austretenden Quellen und dem hoch anstehenden Grundwasser, das oft an die Oberfläche kommt und weite Wiesenflächen im Wasser stehen lässt.

Hier finden sich Niedermoore, Quelltümpel, Halbtrockenrasen, Pfeifengraswiesen, u. a. m. Brachvogel und Wachtelkönig, Lungenenzian und Sumpfgladiole gehören zu den Raritäten ihrer Tier- und Pflanzenwelt.

Die Sumpfgladiole und der Hundsfisch stehen im Rahmen von vielfaltleben als Leitarten für die Feuchte Ebene.

An der Feuchten Ebene tritt ein für Österreich einzigartiges, komplexes Phänomen von Grundwasseraustritten auf, das Ursache für die Entstehung eines vielgestaltigen Komplexes von ausgedehnten Feucht- und Moorwiesen, klaren Bächen sowie Stillgewässern besonderer Ausprägung (z. B. Quelltöpfe) ist.
Die komplizierten Grundwasserverhältnisse des wasserreichen Gebiets stellen die wichtigste Eigenheit des Gebiets dar, welches früher auch „Nasse Ebene“ genannt wurde. Im Zusammenspiel mit einem günstigen Klima erlaubten sie seit jeher eine ungewöhnlich vielfältige landwirtschaftliche Nutzung der Feuchten Ebene, was auch Ursache für ihre Waldarmut ist. Zwischen den höher gelegenen, hochwassersicheren Standorten, auf denen sich heute Acker- und Siedlungsflächen befinden, entstanden entlang der Flüsse und Bäche ausgedehnte Feuchtwiesenzüge; sie vor allem bestimmen die vogelkundliche Bedeutung des Gebietes.
Naturschutzfachlich haben in erster Linie die zahlreichen Niedermoorreste der Feuchten Ebene aufgrund ihrer Einzigartigkeit herausragende Bedeutung. Sie sind „hot spots“ der Biodiversität; hier kommen – auch aufgrund des hohen Alters dieser Lebensräume – Pflanzen- und Tierarten vor, die nur aus wenigen anderen Gebieten bekannt sind. Das Besondere an den erhaltenen Kalk-Niedermoorwiesen und Moorresten ist ihre Lage im grundsätzlich für Moorbildung wenig geeigneten trocken-kontinentalen Klima des Pannonikums. Sie verdanken ihre Entstehung dem nährstoffarmen, kalten und kalkreichen Wasser der aus dem Alpenraum kommenden Flüsse. Sie sind Grundlage dafür, dass sich in den großflächigen Quellaustrittbereichen Kalk-Niedermoore mit bis über zwei Meter mächtigen Torfauflagen bilden konnten.
Für den Naturschutz sind insbesondere die Niedermoorwiesen von Bedeutung, welche die eigentlichen Moore umgeben; dazu zählen recht ausgedehnte, feuchte bis nasse Wiesen mit vielfältigen Erscheinungsbildern. In der Feuchten Ebene befinden sich die größten Pfeifengras-Bestände im Osten Österreichs, die dem klassischen Typ der Streuwiesen entsprechen; für Vögel wichtige Lebensräume sind jedoch in erster Linie die teils ausgedehnten Seggenbestände. Punktuell haben sich kleinere und größere Schilfflächen (in Summe wohl 50-100 ha) entwickelt, die für strukturelle Bereicherung sorgen; insgesamt zeigt jedoch der steigende Schilfanteil in Wiesen eine Tendenz zur Aufgabe der Wiesennutzung an. Im gesamten Wiener Becken sind etwa 300-600 ha Feuchtwiesen erhalten, die wichtigsten und größten liegen in der Feuchten Ebene. Die größte Ausdehnung haben Feuchtwiesen entlang des Fischa- und Piesting-Zuges.
Eine bemerkenswerte Eigenheit der Feuchten Ebene ist die kleinräumige und komplexe Verzahnung von Feuchtwiesen mit trockenen Magerwiesen und Halbtrockenrasen. Grund dafür ist das stellenweise noch erhaltene sehr bewegte Relief, das durch Aufwerfung und Erosion der Flussschotter entstand. Das schönste Beispiel dafür ist das Naturschutzgebiet „Pischelsdorfer Wiesen“, ein herausragendes botanisches und entomologisches Kleinod mit bemerkenswerten Vogel- und Zieselvorkommen. Größere Halbtrockenrasen finden sich beispielsweise auf der Götzendorfer Heide. Solche – ehemals sehr ausgedehnten – Flächen wurden früher als Hutweiden genutzt; im Rahmen eines Naturschutzprojektes erfolgte die Wiederbelebung von (trockenen und feuchten) Weideflächen in Mannersdorf.

26.02.2009, vielfaltleben Administratoren