Schwerpunktregion Neusiedlersee-Gebiet
Der Neusiedler See ist Österreichs größter See, sein Schilfgürtel der zweitgrößte zusammenhängende Schilfbestand Europas. Die Vielfalt an Lebensräumen in dem Gebiet reicht von lichten Eichenwäldern über Salzlacken, ausgedehnte Schilf- und Wasserflächen bis zu steppenähnlichen Grasfluren.
Am Kreuzungspunkt der pannonischen und alpinen Großlandschaften treffen hier Tier- und Pflanzenarten unterschiedlicher Herkunft aufeinander, darin liegt wohl einer der Gründe für die unglaubliche Artenvielfalt des Naturraums begründet. 1992 wurde nach langen Vorarbeiten der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel gegründet, ein Meilenstein für den Naturschutz im Gebiet.Die vielfaltleben-Leitarten für das Neusiedler See-Gebiet sind: Seeregenpfeifer, Löffler und Smaragdeidechse.
Die Zitzmannsdorfer Wiesen sind das größte im Osten Österreichs erhaltene Wiesengebiet. Sie liegen am Nordostufer des Neusiedler Sees und umfassen eine Fläche von rund sieben Quadratkilometern. Das Gebiet stellt den westlichsten Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene dar und ist daher vom Charakter her kaum mit einer anderen österreichischen Landschaft vergleichbar. Die Wiesen bieten Lebensraum für zahlreiche gefährdete Arten wie zum Beispiel dem Brachvogel.
Der Seewinkel erstreckt sich vom Ostufer des Neusiedler Sees bis zur ungarischen Grenze. Besonders charakteristisch für diese Region sind die zahlreichen kleinen Salzseen. Diese im örtlichen Sprachgebrauch als „Lacken“ bezeichneten Gewässer führen salz- und sodahaltiges Wasser. Bedingt durch den Sodagehalt, die überwiegend periodische Wasserführung bilden die Lacken für das mitteleuropäische Binnenland einmalige Lebensräume. Leider hat die Zahl der Lacken im Verlauf des 20. Jahrhunderts stark abgenommen. Waren Mitte des 19. Jahrhunderts noch 139 Lacken auf Karten dargestellt, so fiel die Zahl auf nur mehr 63 im Jahr 1986. Seither hat sich dieses Lackensterben noch beschleunigt, 2005 waren nur noch zwischen 45 und 50 übrig.
Der Neusiedler See gilt als westlichster Steppensee Europas. Der ca. 36 km lange und ca. 12 Kilometer breite See hat eine Fläche von 321 km2 , etwa 3/4 davon liegen auf österreichischem Staatsgebiet. Der Neusiedler See ist ein seichter Steppensee, seine Wassertiefe im Frühjahr überschreitet nur an wenigen Stellen 1,5 Meter, die durchschnittliche Tiefe beträgt in Jahren normalen Wasserstandes nur rund einen Meter. Allerdings schwankt die Wasserführung im Verlauf des Jahres und zwischen den Jahren beträchtlich.
Eine Besonderheit des Neusiedler Sees ist sein starker Salzgehalt, der bei etwa einem Gramm pro Liter liegt. Salzgehalt, Flachheit und Wassertrübe kennzeichnen den Neusiedler See als typischen Steppensee vergleichbar mit den großen Seen Zentralasiens.
Das aus wohl markanteste und wichtigste Merkmal des Sees ist sein mächtiger Schilfgürtel. Die Ufer Sees sind von einem auf österreichischer Seite 103 km² großen Schilfgürtel bewachsen, dessen Breite zwischen zwei und fünf Kilometern erreicht. Inseln sind mit wenigen Ausnahmen nur im Südteil des Sees vorhanden, unter ihnen ist die so genannte „Große Schilfinsel“ auf österreichischer Seite am bekanntesten, denn sie beherbergt die größten Kolonien brütender Stelzvögel.
05.02.2009, vielfaltleben Administratoren



