Schwerpunktregion Oberes Inntal
Das Obere Inntal bildet biogeografisch und klimatisch mit dem Oberen Engadin und dem Vintschgau einen zusammenhängenden Lebensraum mit einer ganz speziellen Fauna und Flora.
Besonders hervorzuheben ist die Artenvielfalt der Fließer Sonnenhänge, deren trockenes, inneralpines Klima für die Nordseite des Alpenhauptkammes einmalig ist. Durch die traditionelle, bis heute andauernde Bewirtschaftung hat sich hier ein bedeutender europäischer Trockenrasenkomplex erhalten, der unter anderem mehr als 1.400 Schmetterlingsarten beherbergt! Den Fließer Sonnenhängen wurde durch die Erklärung zum Natura 2000-Gebiet ein grundsätzlicher Schutzstatus verliehen. Ein wirklich nachhaltiger Schutz kann jedoch nur gewährleistet werden, wenn es eine ausreichende Schutzgebietsbetreuung gibt, die sicher stellt, dass die traditionelle Beweidung mit Ziegen fortgeführt wird.
Im Artenreichtum vergleichbar sind die Trockenrasen im Naturschutzgebiet Kauns-Kaunerberg-Faggen. Sie stellen eine wichtige Verbindung zwischen den oben genannten Fließer Sonnenhängen und dem Oberen Gericht (der Abschnitt zwischen Landeck und dem Reschenpass) dar. Auch hier müssen Maßnahmen wie Entbuschung und Beweidung gesetzt werden, um die Artenvielfalt in den Magerrasen zu erhalten.
Besonders bedrohte Vogelarten, wie Wiedehopf, Wendehals und Braunkehlchen können als Leitarten für die besonderen Lebensräume im Oberen Inntal dienen. Außerdem leben hier die Mopsfledermaus und eine besondere Rarität unter den Fledermäusen, die Große Hufeisennase. Sie ist eine der am stärksten gefährdeten Säugetierarten - und dies nicht nur in Österreich: In den Höhlen- und Stollensystemen zwischen Landeck und Pfunds werden alljährlich noch einzelne Individuen dieser Art gefunden. Ob es eine eigenständige Population gibt, ist bis heute unklar, aber nicht auszuschließen.
12.02.2009, vielfaltleben Administratoren



