Die Sumpfgladiole (Gladiolus palustris)
Die Sumpfgladiole, auch Sumpf-Siegwurz genannt, ist eine 30-60 cm hohe Staude mit auffälligen, großen, leuchtend purpurroten Blüten die in Ähren zu zwei bis sechs Stück angeordnet sind. Die Blütezeit liegt je nach Standort und Witterung im Juni oder Juli.
Die Pflanze ist nur in blühendem Zustand zu entdecken, sonst ist sie auch von Kennern nur schwer zu finden.Die Sumpf-Gladiole hat eine so genannte europäisch-kontinentale Verbreitung, sie kommt unter anderem in Frankreich, Italien, der Schweiz, Süddeutschland, sowie in den Karpaten und auf dem Balkan vor. In Österreich wuchs sie ursprünglich in allen Bundesländern mit Ausnahme Wiens.
Die Sumpfgladiole bevorzugt sommerwarme, wechselfeuchte und nährstoffarme kalkhaltige Tonböden und besiedelt feuchte Wiesen mit einem Verbreitungsschwerpunkt in den Niederungen und im Hügelland. Besonders charakteristisch ist sie für Pfeifengras-Streuwiesen. Sie wächst auch auf sumpfigen Waldlichtungen. Manchmal findet man sie sogar auf wechseltrockenen Magerwiesen und Schotterheiden. Die Sumpfgladiole kommt an ihren Standorten in der Regel truppweise vor, Düngung und Sommermahd schaden ihr.
Die Sumpf-Gladiole gilt aufgrund ihrer speziellen Ansprüche in Mitteleuropa als sehr seltene, stark gefährdete Art, die vielfach verschwunden oder fast verschwunden ist. Die wesentlichste Ursache für die starke Bedrohung liegt in der Veränderung und dem Verlust ihrer Lebensräume. Durch Entwässerungen und nachfolgende starke Düngung wurden viele ihrer Standorte in ungeeignetes Intensivgrünland umgewandelt, andere wurden aufgeforstet. Die Rote Roten Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen Österreichs führt die Sumpf-Gladiole als „stark gefährdet“.
In Österreich kommen noch zwei ähnliche Gladiolenarten, nämlich die Dachige Siegwurz in Südkärnten und die Illyrien-Siegwurz in der Steiermark vor. Beide sind genauso lokal verbreitet und ebenso selten und gefährdet wie die Sumpfgladiole.
23.01.2009, vielfaltleben Administratoren


