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Löffler
Foto: Peter Buchner

Der Löffler (Platalea leucorodia)

Der Löffler hat ein weißes Gefieder mit gelbem Brustfleck, am Kopf ist es orangebräunlich getönt. Am Hinterkopf trägt er einen Schopf aus langen Federn. Der Löffler ist nahe mit den Ibissen verwandt, wie diese brütet er an entlegenen Stellen in großen Sumpfgebieten in größeren Kolonien.

Beide Partner bauen das Nest auf umgebrochenem Schilf oder auf ähnlichen Sumpfpflanzen, manchmal auch auf niedrigen Bäumen. Im April oder Mai legen die Weibchen 3-5 Eier, aus denen nach ca. drei Wochen die Jungen schlüpfen. Diese werden von beiden Eltern betreut und verlassen nach vier Wochen das Nest, doch voll flugfähig sind sie erst nach weiteren vier Wochen. Auch nach dem Ausfliegen werden sie, oft weit abseits der Brutplätze, in so genannten „Kindergärten“ von den Elterntieren weiter betreut und gefüttert. In Österreich kommt der Löffler nur am Neusiedler See regelmäßig vor, er ist hier eine der für dieses Gebiet besonders charakteristischen Vogelarten. Mit seinem Namen gebenden löffelförmig verbreiterten Schnabel fängt der Löffler in seichtem Wasser große Insekten oder kleine Fische mit seihenden Bewegungen. Zum Nahrungserwerb werden offene, seichte Wasserflächen aufgesucht; geeignete Gebiete sind die größeren Lacken des Seewinkels sowie die Rohrlacken (Plänken genannt) im Schilfgürtel des Neusiedler Sees. Aktuell ist der Löffler zwar in der Kernzone des Nationalparks Neusiedler See–Seewinkel vor direkten Eingriffen geschützt, jedoch hat sein Bestand von den noch in den 1960er und 1970er Jahren vorhandenen mehr als 200 Paaren dramatisch abgenommen – zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts galt der Bestand sogar kurzfristig als erlöschen. Heute brüten nur ca. 40-50 Paare am Neusiedler See, diese sind in einer einzigen Kolonie auf der Großen Schilfinsel im Südosten des Sees konzentriert. In der Roten Liste der Brutvögel Österreichs wird der Löffler als vom Aussterben bedroht geführt.

28.01.2009, vielfaltleben Administratoren