Der Feldhamster (Cricetus cricetus)
Der Feldhamster ist vor allem wegen seiner üppigen „Lagerhaltung“ bekannt. Im Herbst trägt er bis zu einigen Kilogramm an Getreide, Kartoffeln und Gemüse in seinen Bau ein.
Der Feldhamster ist von Zentralasien bis nach Deutschland, Österreich und Kroatien verbreitet. Ursprünglich war er eine Art der Waldsteppe. Durch seine Anpassungs- und Vermehrungsfähigkeit hat er es geschafft, auch die Steppe, die Halbwüste und die Kultursteppe zu besiedeln.In Österreich bewohnt die Art vorwiegend den Randbereich von Feldern, nicht befestigte Feldwege, Böschungen und Raine, kommt aber auch auf Trockenrasen, in Weingärten, am Rand von Auwäldern und im Siedlungsgebiet auf Rasenflächen von Friedhöfen, Gärten und Parkanlagen vor.
Der Hamster benötigt tiefgründige Löß- und Lehmböden, in denen er seine Baue anlegt. Hier hält er auch seinen Winterschlaf, den er häufig unterbricht, um von den Vorräten zu fressen. Aufgrund seiner üppigen „Lagerhaltung“ wurde er früher als Plage betrachtet und verfolgt.
Inzwischen ist der Feldhamster selten geworden. Anfangs profitierte die Art noch von der landwirtschaftlichen Intensivierung: Trockenlegungen schützten die Bauten vor Überschwemmung und größere Felder erhöhten das Nahrungsangebot. Dies hat sich jedoch geändert. Durch die moderne, hocheffiziente Art der Ernte, bei der kein Körnchen mehr verloren geht, kommt es zu Nahrungsknappheit. Der gesteigerte Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln und Dünger reduziert das Nahrungsangebot. Bewässerungen setzen Hamsterbaue unter Wasser. Die große Anzahl der Maisanbauflächen, die große Teile des Jahres vegetationsfrei bleiben, führt genauso wie das frühzeitige Umbrechen der Stoppelfelder und die Zerstörung der letzten Feldraine zu deckungsarmen Ackerflächen, die keinen Schutz vor Feinden mehr bieten.
Um den Hamster in seinen Beständen wieder zu stabilisieren, wäre es daher wichtig, Ausbreitungskorridore – Ackerraine, unbefestigte Feldwege und Brachen – zu erhalten und zu schaffen. Tiefpflügen sollte in Hamstergebieten zum Schutz der Baue eingeschränkt werden. Ackerrandstreifen oder Brachstreifen sollten mit Getreide eingesät werden, das stehen bleiben kann. Auf manchen Äckern könnte ein Streifen nicht abgeerntet werden, damit für ausreichend Nahrung gesorgt ist. Bereits bestehende mehrjährige Brachen sollten erhalten bleiben. Auch die Versieglung von landwirtschaftlichen Wegen sollte unterbleiben.
28.01.2009, vielfaltleben Administratoren


