Die Entenlacke in der Gemeinde Saxen
Im Rahmen des vielfaltleben-Gemeindenetzes stellt die Gemeinde Saxen im oberösterreichischen Machland die „Entenlacke“ vor. Zahlreiche Naturschutzprojekte wurden hier bereits erfolgreich durchgeführt. Im Natur-Infozentrum Saxen werden die Besonderheiten der Region erklärt.
BesucherInnen sind eingeladen die Vielfalt der Entenlacke hautnah zu erleben.Die „Entenlacke“ am östlichen Ende des Machlandes in der Gemeinde Saxen bezeichnet ein System von Donaualtarmen und Tümpeln inmitten einer Silberweidenau – ein Paradies für Vögel, Fische und Amphibien – und stellt somit die Kernzone des angestrebten Natura2000-Gebietes Machland NORD dar. Für das künftige Europaschutzgebiet müssen jedoch noch einige Hürden überwunden werden. Es soll sich vom Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen im Westen bis zur Landesgrenze der Donau auf Höhe Hirschenau erstrecken. Südlich bildet die Landesgrenze zu Niederösterreich die Begrenzung, wobei das Machland SÜD in Niederösterreich bereits als Europaschutzgebiet ausgewiesen wurde.
Die Entenlacke dient als wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet für Zugvögel und soll sich zukünftig auch unter den Important Bird Areas (IBA) befinden. Die vielen kleinen Tümpel rund um die Entenlacke werden auch von Amphibien und Reptilien bevölkert: Kamm- und Teichmolche leben hier ebenso wie Wasser-, Laubfrösche und Gelbbauchunken. Eine Besonderheit ist das Vorkommen der Knoblauchkröte – sie kommt in Oberösterreich außerhalb des Machlandes nur mehr in kleinen Bereichen des Linzer- und Eferdinger Beckens vor. Auch die Biber haben sich hier niedergelassen, und auch Fischotter sind vereinzelt anzutreffen. Viele, bereits sehr seltene Fischarten, wie Frauennerfling und Schlammpeizger können in der Donau und ihren Nebengewässern im Machland überleben.
Die Auengewässer sind jedoch von der Donau Großteils abgeschnitten und verlanden stark. Sie beherbergen aber die naturschutzfachlich wertvollsten Pflanzenarten des Machlandes. Entlang der Donau sind trotz Nutzung und wasserbaulicher Eingriffe Reste von naturnahen Silberweidenauen vorhanden. Durch fehlende Dynamik sind die Reste der Weichholzauen in ihrem Bestand aber gefährdet.
Natur-Infozentrum Saxen
Die Regionalgruppe „Machland“ des Naturschutzbundes Oberösterreich wurde im Herbst 2004 gegründet und betreibt seit 2005 mit Unterstützung der OÖ Landesregierung, Naturschutzabteilung, das Naturinformationszentrum in Saxen. Übergeordnetes Ziel ist der Schutz der regionalen Natur- und Kulturlandschaft mit Ihrer Artenvielfalt, im Konkreten die Erhaltung und der Schutz der Entenlacke und der noch urtümlichen Auwälder des Machlandes. Darüber hinaus wurden bereits mehrere Artenschutzprojekte erfolgreich durchgeführt. Neben einem Flussperlmuschelprojekt muss ganz besonders das Eulen- und Fledermausschutzprojekt erwähnt werden.
Im nördlichen Machland wurden im Rahmen eines Projektes der Regionalgruppe Machland die Populationen von Eulen und Fledermäusen gestärkt, und zwar durch den gezielten Schutz von Lebensräumen und das Anbieten von Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten. Nachdem im Zuge des Hochwasserschutzes im Machland an die 300 Objekte in den letzten Jahren ausgesiedelt wurden und ganze Dörfer samt den dazugehörigen Landschaftselementen zu verschwinden drohten, hat sich die Regionalgruppe Machland zum Ziel gemacht, wichtige Landschaftselemente im Aussiedlergebiet zu erhalten. Mit Unterstützung der Naturschutzabteilung der OÖ Landesregierung konnten daher in den letzten Jahren einige Streuobstwiesen (mehr als 400 Obstbäume) durch gezielte Förderung erhalten werden und zudem über 200 Nist- bzw. Unterschlupfmöglichkeiten für Eulen und Fledermäuse angebracht werden. Um die Kosten für diese Projekt möglichst niedrig zu halten und auch eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhalten wurden unterschiedlichste Kooperationen ua mit der Lebenshilfe Grein, durch welche 100 Fledermauskästen gebastelt wurden, eingegangen.
Durch eine intensive ehrenamtliche Betreuung diese Projektes durch fachkundige Mitglieder der Regionalgruppe konnten mittlerweilen bereist Steinkäuze, Schleiereulen und 16 verschiedene Fledermausarten, darunter auch die beiden FFH-Anhang-II-Arten Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) und Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), nachgewiesen werden.
„Ziel ist es, den Erhalt und die Wiederansiedelung von Steinkauz und Schleiereule im Machland zu sichern. Weiters gilt es den Artenreichtum an Fledermäusen im Gebiet zu erhalten und das Verbreitungsgebiet auszuweiten.“
Konsulent Ing. Martin Sevcik, OÖ. NATURSCHUTZBUND, Regionalgruppe Machland, Natur-Infozentrum in 4351 Saxen 8, Tel.: 0650/31 57 223, entenlacke@drei.at; www.entenlacke.at
04.01.2010, vielfaltleben Administratoren





